Donnerstag, 21. September 2017

Und was gibts dazu? - Gesalzene Mandeln

Familie Grace, der Tod und ich und dazu gesalzene Mandeln


Die drei Geschwister der Familie Grace Fenrin, Thalia und Summer strahlen eine ganz besondere Macht aus. Sie müssen nur ein Wort sagen und alle an der Schule richten sich umgehend danach. Wenn etwas Schlimmes passiert, so steht schnell fest, dass es sich nur um einen Fluch handeln kann, den die Familie Grace über die betroffene Person verhängt hat. 
Die Graces sind Hexen, darüber ist man sich einig. Ihre Macht ist deutlich zu spüren.

River ist ein unscheinbares und schweigsames Mädchen. Doch als sie die Geschwister der Familie Grace kennenlernt, ist sofort klar, dass sie, genau wie alle anderen an der Schule in deren engeren Freundeskreis vordringen möchte. Ganz besonders Fenrin hat es ihr angetan. Der Mädchenschwarm  wechselt monatlich seine Partnerinnen. Keines dieser Mädchen scheint jedoch jemals wirklich bis zu ihm vorgedrungen zu sein.

River schmiedet einen Plan. Sie versucht die Geschwister mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Sie verrät nur das Nötigste von sich und versucht ihre Ängste und Schwächen zu verbergen. Der Plan geht auf: Bald schon wird die rebellische Summer auf River aufmerksam. Sie lädt sie zu einer ersten magischen Sitzung ein und bald schon vertieft sich die merkwürdige Freundschaft.

River wird sogar an einem Abend auf einen Fernsehabend bei den Geschwistern eingeladen. Gemeinsam haben sie eine Menge Spaß. Es gibt Wein und gesalzene Mandeln. River nutzt diesen Tag um mehr über die Familie herauszufinden. Dabei stößt sie auf weitere Geheimnisse und erntet auch bald darauf den Neid der Mitschüler.

Die Geschichte rund um die Familie Grace steckt voller Geheimnisse und magischer Spannung. Jeder will dazu gehören, doch keinem gelingt es wirklich.

Damit ihr bei diesem geheimnisvollen Buch einen guten Snack zum Knabbern habt, empfehle ich euch ein Rezept für die Art von gesalzenen Mandeln, die die River, Fenrin, Thalia und Summer vielleicht an besagtem Abend vor dem Fernseher genossen haben.


Was braucht ihr für die gesalzenen Mandeln?

100 g Mandeln
1 ½ EL Salz


Und so bereitet ihr die gesalzenen Mandeln zu:

Gebt die Mandeln mit etwa einer Tasse Leitungswasser (so dass die Mandeln auf jeden Fall gut bedeckt sind – also eventuell auch etwas mehr) und dem Salz in einen Kochtopf. Einmal richtig gut unter Rühren aufkochen.

Die Mandeln von der Flüssigkeit (ggf. mit Hilfe eines Siebes) trennen und danach auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech gut verteilen.

Für 15 Minuten bei 160 Grad Umluft im Backofen backen.

Danach in eine Schüssel geben und zum Buch genießen.

Tipp: Die Mandeln schmecken warm richtig gut.

Guten Appetit :o)


Meine Fragen an euch:

Zur kulinarischen Begleitung:
Welchen Snack knabbert ihr gerne zu einem spannenden Buch/Film?

Zur Geschichte:
Kennt ihr die Situation, die River erlebt hat, dass ihr unbedingt und von ganzem Herzen zu jemandem dazugehören wolltet? 
Wäret ihr auch bereit so dafür zu kämpfen und euer inneres Hab und Gut aufzugeben, damit dieser Plan gelingt?

Dienstag, 19. September 2017

Durchgelesen: Du + ich = Liebe

Rezension zu Du + ich = Liebe von Heike Wanner


Verlag: Edel Elements
Seitenzahl: 346
Format: Ebook
Preis: 6,99 Euro
ISBN: 978-3-95530-959-6
Abgeschlossene Erzählung
Homepage der Autorin: http://www.heike-wanner.de/









Aufmachung:

Im hinteren Teil des Buches befindet sich eine Playlist zum Buch, die auch über Spotify abrufbar ist sowie ein Interview mit einer Bekannten der Autorin, die sich mit dem Thema Querschnittlähmung auskennt.


Inhalt:

Nach ihrer Rückkehr an die alte Schule lernt Nika den querschnittgelähmten und verschlossenen Ben kennen. Ein erstes Gespräch verläuft eher zäh. Doch Nika gibt nicht auf. Aus einer gemeinsamen Teamarbeit im Fach Physik entwickelt sich nach und nach eine Freundschaft und irgendwann auch ein wenig mehr. Bald schon stehen Nika und Ben für einander ein. Doch das Schicksal schlägt erbarmungslos zu und stellt die Liebe von Nika und Ben auf eine harte Probe.



Erweiterter Inhalt:

Nach einem Auslandsjahr kehrt Nika wieder an ihre alte Schule zurück. Sie möchte wieder Schul- und auch Klassensprecherin werden. Was sie jedoch nicht möchte, ist die Beziehung mit ihrem Ex-Freund wieder aufleben lassen. Als dieser sie an ihrem ersten Tag gleich in ein Gespräch verwickelt, weicht sie aus. Ihre Ausrede kommt spontan: Sie wäre verabredet. Mit dem Jungen, der so einsam an einem der Tische sitzt. Schnell stellt sich heraus, dass der Junge Ben heißt und dass er keinerlei Interesse hat, andere Menschen kennenzulernen.

Nika jedoch ist niemand, der sich schnell abwimmeln lässt. Hartnäckig bleibt sie am Ball und irgendwann hat sie auch Ben soweit, dass er sich ihr öffnet. Erst verspätet bemerkt sie, dass Ben querschnittgelähmt ist und da hat Nika schon einen ersten Blick hinter Bens Fassade geworfen. Sie ist fest gewillt, ein Schulprojekt mit ihm in Angriff zu nehmen und ihn besser kennenzulernen.

Aus einem Schulprojekt entwickelt sich zaghaft eine Freundschaft und irgendwann tiefere Gefühle. Bei Besuchen in Bens Wohnung bleibt es nicht aus, dass Nika irgendwann im Badezimmerschrank Windeln und Einweg-Katheter entdeckt. Sie beobachtet, wie Ben, wenn er aufgeregt ist, Spasmen erleidet. Doch Nika lässt sich nicht abschrecken. Sie recherchiert im Internet, nimmt die Herausforderungen, die sich ihr stellen, an und ist bereit, den Alltag mit Ben gemeinsam zu bestreiten.

Hinzu kommt, dass sowohl Ben, als auch Nika, Mütter haben, die es den Kindern nicht leicht machen. Nikas Mutter ist nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr die lebenstaugliche Frau von früher. Sie zieht sich tagsüber fast nur in den Keller zurück, um dort zu arbeiten. Ihren Kindern gegenüber wirkt sie oft gleichgültig. Die drei jungen Brüder von Nika haben längst gelernt, auf ihre Schwester zu hören. Nika ist nur froh, dass ihre Großmutter ihr eine wertvolle Stütze im Alltag bietet. Doch was ist, wenn ihre Oma irgendwann verstirbt? Wer wird ihnen dann helfen?

Bens Mutter hingegen hat sich daran gewöhnt, ihren Jungen zu pflegen und ihm alles Denkbare zu ermöglichen. Oft fühlt sich Ben in ihrer Gegenwart wie ein Kleinkind. Bens Mutter ist nicht begeistert, als sie erfährt, dass Ben eine Freundin hat. Sie fürchtet den Kontrollverlust.

Diese Schwierigkeiten prägen den Alltag von Ben und Nika und doch sind beide bereit zu kämpfen. Doch eines Tages passiert etwas, was beide nicht geplant haben und was selbst die starke Nika zum Einknicken zwingt.



Eigene Meinung:

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Ben und Nika geschrieben. Beide Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Nika habe ich für ihren Kampfgeist und für ihre Hartnäckigkeit bewundert. Bens Behinderung begegnet sie mit Offenheit. Weder bemitleidet sie Ben noch beschönigt sie seine Probleme. Bald schon steht sie bedingungslos für ihn ein. Aber auch Ben ist bald schon bereit zu kämpfen. Sein Alltag gewinnt durch Nikas Anwesenheit. Er flüchtet sich nicht in Trübsal, sondern nimmt sein Schicksal an.
Die Art, wie beide Charaktere mit Bens Lebensumständen, aber auch mit Nikas Problemen im Alltag, mit den jüngeren Brüdern und der depressiven Mutter umgehen, hat mir sehr gefallen.

Auch hat die Autorin gut recherchiert. Sie beschreibt, mit welchen Problemen sich ein querschnittgelähmter Mensch im Alltag auseinandersetzen muss. Einweg-Katheter, versehentliches Urinieren beim Geschlechtsverkehr, Windeln tragen, weil es ansonsten im Alltag zum Malheur kommen kann oder auch Spasmen in den ungünstigsten Momenten, thematisiert sie in ihrer Geschichte. Hinzu kommen die Probleme des Alltags. Nicht nur die Mütter stellen ein Hindernis dar, auch das erweiterte Umfeld, wie die Mitschüler, betrachten die Beziehung von Nika und Ben mit kritischem Blick. Und dennoch wirkt das Buch auf keiner Seite düster oder deprimierend. Es wirkt eher lebensbejahend und mutmachend.

Auch die Liebesgeschichte, die sich zwischen Nika und Ben entspinnt, hat mir unglaublich gut gefallen. Zu Anfang sorgte gerade Nikas Hartnäckigkeit für den ein oder anderen Schmunzler bei mir. Trotz Bens Bemühen, sie abzuwimmeln, bleibt sie am Ball. Nicht umsonst hat sie einen Kurs in Communication Skills belegt. Im weiteren Verlauf imponierte mir Bens Schlagfertigkeit. Er lässt sich nicht durch Sprüche, ob seiner Behinderung runterziehen. Er kontert geschickt. Nach und nach kommen sich Nika und Ben sehr viel näher. Langsam, ja nahezu zaghaft, entwickelt sich ihre Beziehung. Die Art, wie beide miteinander umgehen, war sehr schön zu beobachten.

Im hinteren Teil des Romans gibt es einen Tiefschlag, der für eine Menge Spannung sorgt. Ich habe mit beiden Protagonisten sehr gelitten und für ihre Beziehung gehofft. Ob es ein Happy End gab oder nicht, das möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten.



Fazit:

Du + ich = Liebe ist eine Liebesgeschichte zwischen einem querschnittsgelähmten Jungen und einem Mädchen, das den tägliche Kampf gegen Überforderung und Hilflosigkeit aus ihrer Familie gewohnt ist. Mehr und mehr erfahren sie so über das Leben des anderen und die Schicksalsschläge, die sie beide erlitten haben.
Die Geschichte beider Protagonisten zeigt, wie man mit Krankheit oder Schicksalsschlägen fertig wird. Eine Abhandlung über Lebenseinstellungen und Wertvorstellungen.

Die Geschichte zwischen Ben und Nika kommt auf keiner der Buchseiten düster daher. Vielmehr wird durch die Erzählung eine lebensbejahende Stimmung vermittelt.

Du + Ich = Liebe ist eine wundervolle und mutmachende Geschichte, die ich jedem Leser empfehlen möchte, der eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art sucht.



Buchzitate:

„Kann ich dich mal was fragen?“, sage ich, während ich ein paar Kissen zur Seite räume und mich aufs Sofa lege. „Noch was?“, stöhnt er. „Hast du kein Erbarmen mit mit? Ich glaube, ich bin völlig ausgefragt.“



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:







Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Samstag, 16. September 2017

Handlettering der Buchblogger


Hallo ihr Lieben,

Wir, Anja von Nisnis Bücherliebe, Leni von Meine Welt voller Welten und Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee, haben uns für euch eine wunderschöne neue Aktion überlegt, in der wir unser neues Hobby, das Handlettering, mit unserer Leidenschaft, dem Lesen, verbinden wollen.

Einmal im Monat wird es bei uns ein Thema geben, zu dem jeder von euch eingeladen ist, ein Handlettering zu gestalten. Euren Beitrag könnt ihr dann auf eurem Blog veröffentlichen und im Anschluss über den Add-Link bei einem von uns dreien verlinken. Der Link erscheint dann ganz automatisch auch bei den jeweiligen Partnerblogs.

Und wenn ihr argumentieren wollt, dass ihr weder schön schreiben oder zeichnen könnt, dann kontern wir und sagen:

"Doch, das kann jeder, denn ein Handlettering ist dann schön, wenn es euch gefällt."

Das Material zum Lettern habt ihr zuhause. Greift zu Fineliner, Buntstift, Papier und legt los.

Es geht bei unserer Aktion nicht darum das schönste Bild zu küren, denn wir sind alle noch Anfänger. Eine gemeinsame Aktion mit euch liegt uns am Herzen und wir freuen uns schon sehr auf interessante Letterings.

Ihr habt bis zum 30. September Zeit, euer Handlettering zu gestalten und in einem Beitrag zu veröffentlichen. Auch wer keinen Blog besitzt ist herzlich zu dieser Aktion eingeladen. Nutzt dafür gern den Hashtag #handletteringderbuchblogger, wenn ihr eure Handletterings in den Social-Media-Kanälen veröffentlicht und natürlich freuen wir uns, wenn ihr diese Aktion teilt.

Heute wollen wir mit unserem ersten Beitrag “Handlettering der Buchblogger” starten.

Unser Thema bis Ende September lautet: 


Letter den Titel eines Buches aus deinem Buchregal neu


Mein heutiges Buch: 

 

Daniel is different von Wesley King









Worum geht’s?

Bloß nicht auffallen! Nach dieser Devise lebt Daniel, der einfach nur ein ganz normaler Dreizehnjähriger sein will. Deswegen hofft er die meiste Zeit, dass niemand seine komischen Angewohnheiten bemerkt – weder seine Familie noch sein bester Freund Max und schon gar nicht seine Traumfrau Raya. Als er plötzlich eine mysteriöse Nachricht erhält, ist es allerdings gar nicht mehr so leicht, sich zu verstecken. Denn das unbekannte andere Sternenkind braucht seine Hilfe. Auf einmal wird aus Daniels Leben ein richtiger Krimi.


Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich es erst vor kurzem gelesen habe und ich die Geschichte unglaublich gerne mochte. Der Protagonist Daniel hat in diesem Buch mit Zwangshandlungen zu kämpfen. Er muss bestimmte Abläufe so oft wiederholen, bis sich ein gutes Gefühl bei ihm einstellt. Diese Einschränkung ist eine große Last für ihn. Im Laufe der Geschichte lernt Daniel eine wundervolle Freundin kennen, er durchlebt ein Abenteuer und er gibt den Leser einen kleinen Einblick in seine Welt. Ich habe Daniel sehr in mein Herz geschlossen. Daher wollte ich den Titel zum Buch aus meiner Sicht neu zeichnen.


Mein Lettering: 


















Ein paar Worte zum Lettering:

Bei der Neuinterpretation des Titels habe ich mich ein wenig an die Farben und auch an der Darstellung der im Hintergrund abgebildeten Zahlen orientiert. Ich habe mich bewusst dafür entschieden nicht das Wort "different" sondern den Namen Daniel kreativ zu gestalten. Einmal um einen Kontrast zu schaffen, zum anderen, weil es ja Daniel selbst ist, der aus der Masse hervorsticht.

Das Wort "different" habe ich in einem dezenten Blau gezeichet. Ich glaube man erkennt es nur schlecht auf dem Bild: Die Buchstaben habe ich mit kleinen weißen Punkten verziert. Die Schreibschrift gefällt mir beim Lettering immer noch am besten. Auch mag ich den Farbton sehr. Ich wollte damit die Schönheit ausstrahlen, die Daniel für mich mit seinen inneren Werten ausstrahlt.



Unsere Fragen an euch:

Was haltet ihr von dieser Interpretation des Titels?
Wie gefällt euch unsere neue Handletteringaktion?
Würdet ihr gerne weitere Beiträge dieser Art auf unseren Blogs lesen?


Wir sind schon sehr neugierig auf eure Handetterings und freuen uns über eure Kommentare.

Nun wünschen wir euch ganz viel Spaß!

Herzlichst,

Leni, Tanja & Anja


Ihr habt an dieser Aktion teilgenommen? Prima, hier könnt ihr euren Beitrag verlinken:





Donnerstag, 14. September 2017

Durchgelesen: Den Mund voll ungesagter Dinge

Rezension zu Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag


Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 400 Seiten
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 Euro (Klappbroschur)
ISBN: 978-3-453-27103-6
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Abgeschlossene Erzählung









Inhalt:

Sophie möchte ihre alte Heimat nicht verlassen, um mit ihrem Vater zu seiner neuen Freundin Lena zu ziehen, doch sie hat keine Wahl. In dem neuen „zu Hause“ erwarten sie zwei Brüder und ein kleiner Hund namens Carlos. Sophie fühlt sich einsam mit dieser neuen Familie und ohne ihren besten Freund Lukas, der schon vor einiger Zeit nach Paris zu Vianna gezogen ist.
Doch so sehr Sophie auch Lena und ihre zwei Söhne nebst Hund hassen möchte, so sehr geben diese sich Mühe, nett zu ihr zu sein. Bald schon beginnt Sophie mit Carlos zu joggen, ihr kleiner Bruder wird zu jemandem, mit dem man richtig viel Spaß haben kann und Lena findet für jede schlimme Situation einfach immer die richtigen Worte. Ganz im Gegensatz zu Sophies Vater.

Diese neuen Erlebnisse gilt es erst noch einzuordnen und zugleich gibt es da noch dieses Mädchen von nebenan, das irgendwie so anders und gleichzeitig so nett ist und diesen Jungen namens Nik, der Sophie gerne näher kennenlernen würde. Bald schon muss Sophie sich fragen, was für Gefühle in ihr plötzlich hervortreten. 



Schreibstil:

"Mein bester letzter Sommer" war ein Buch, das bei mir noch lange wegen des fast schon poetischen Schreibstils der Autorin nachgewirkt hat. Anne Freytag schaffte es mit „Der Mund voll ungesagter Dinge“ sofort wieder mich mit ihren Worten in ihren Bann zu ziehen. Bildhafte Metaphern und ruhige aber zugleich unglaublich intensive Sätze haben mich in eine andere Welt katapultiert.

In „Der Mund voll ungesagter Dinge“, begleitet der Leser die siebzehnjährige Sophie, ein Mädchen, welches von einem Moment auf den anderen aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen wird, um mit ihrem Vater in eine neue Stadt zu einer neuen Familie zu ziehen. Sophie verhält sich gegenüber den Veränderungen, die sie erwarten, nicht gerade aufgeschlossen. Doch diese innere Einstellung droht bald einzustürzen, denn schon beim Überschreiten der Türschwelle, nimmt ihr „neuer kleiner Bruder“ Sophies Hand und führt sie mit einer kindlichen Begeisterung durchs Haus. Auch der Familienhund Carlos scheint in Sophie einen Narren gefressen zu haben. Bei ihr taut er auf. Auf ihre Worte hört er aufs Kommando und dann folgt er ihr auch noch auf Schritt und Tritt.

Dieses Leben ist ungewohnt und Sophie fühlt sich, trotz der Herzlichkeit ihrer Familie, fremd, denn ihr Vater scheint sehr bemüht es der neuen Familie Recht zu machen, nur eben nicht seiner eigenen Tochter. Das, was Sophie also noch aus ihrem alten Leben geblieben ist, ist ihr langjähriger bester Freund Lukas, der die Heimat schon vor langer Zeit verlassen hat, um mit seiner Freundin nach Paris zu ziehen. Doch im heutigen Zeitalter gibt es das Internet und Programme wie Skype. Per Videotelefonie chatten die beiden und vertrauen sich ihre Sorgen, ihre Geheimnisse und ihre Erlebnisse an. Sie haben Spaß miteinander, sehnen sich aber auch nach dem jeweils anderen.

Lukas hilft Sophie, über die Distanz hinaus, sie selbst zu bleiben und zugleich irgendwie mit dem neuen Leben klarzukommen. Doch damit soll er nicht alleine bleiben. Denn Sophie lernt neue Menschen kennen. Nik, der zurückhaltende und irgendwie auf seine Art doch sehr gut aussehende Freund von Alex dem Nachbarsmädchen, der eigentlich eine Freundin hat, aber uneigentlich doch ganz schön auf Sophie zu stehen scheint. Einerseits findet Sophie Nik ja ganz interessant, doch andererseits findet sie sein Verhalten unmoralisch. Tja und dann gibt es da ja noch Alex, die mit einer treffsicheren Ehrlichkeit auf Sophie zugeht und mit der das Leben irgendwie so richtig viel Spaß macht und die in Sophie Gefühle auslöst, die sie zuvor noch gar nicht kannte.

Anne Freytag ist bekannt dafür, dass sie in ihren Geschichten die vielen kleinen Dinge zeigt, die das Leben lebenswert machen. Durch ihre Augen wird das Unperfekte plötzlich liebenswert. So bekommt Sophie zum Beispiel bei dem Einzug in die neue Wohnung das größte und offensichtlich schönste Zimmer zugewiesen. Doch der Zauber liegt doch eher in der Dachkammer, die einst von einem Diener bewohnt wurde und ein so kleines Bad beinhaltet, in dem man kaum gerade stehen kann. Dieser Raum schreibt Geschichte und in diesem Raum kann man träumen und befindet sich abseits der restlichen Welt. Auch „das Mädchen von nebenan“ wirkt mit ihrer direkten Art und der Zahnlücke zwischen den Zähnen auf den ersten Blick unperfekt. Doch gerade diese Eigenschaften sind es, die Sophie – und bald auch den Leser – verzaubern werden.



Fazit:

Ein Mund voll ungesagter Dinge ist ein Roman, der sich mit den Veränderungen des Lebens auseinandersetzt. Anne Freytag zeigt, dass das Leben als Siebzehnjährige nicht immer einfach ist. Gerade, wenn der Vater sich plötzlich entscheidet eine neue Frau in sein Leben zu lassen, der beste Freund Kilometer weit entfernt, seine Zeit mit einem anderen Mädchen verbringt und plötzlich viele neue Menschen auftauchen. Ein jeder von ihnen entfacht Gefühle in Sophie und diese gilt es erst einmal einzuordnen. Mit einem poetischen und zugleich bildhaften Schreibstil entführt die Autorin die Protagonistin und zugleich den Leser in eine neue Welt in der der Leser bald erkennen wird, dass das „Unperfekte“ manchmal viel mehr Zauber in sich trägt, als das scheinbar Ersehnte.

Ein Mund voll ungesagter Dinge ist ein Buch das nicht nur ans Herz geht, sondern mitten hineintrifft. Für mich eine unglaublich schöne Liebeserklärung an das Leben und die unperfekten Dinge, die es erst lebenswert machen.



Buchzitate:

Lena lacht, Papa strahlt. Er leuchtet wie eine Laterne. Das kann ja was werden.

Sie ist wie ein Zugvogel, der sich hierher verirrt hat, in einem farblosen März mit nicht endendem Regen.
(Sophie über Alex)

Niklas sieht mich nicht nur an. Er fordert mich mit sienem Blick heraus, nur dass ich nicht weiß wozu. Kann man in dieses Gesicht sehen, ohne den Jungen dahinter retten zu wollen?

Ich hatte noch nie eine beste Freundin, und ich habe auch keine vermisst, aber nach diesem Abend mit Alex – zwanzig Meter Luftlinie voneinander entfernt, lachend jede in ihrem eigenen Bett – weiß ich, dass ich in ihr jemanden gefunden habe, den ich behalten will.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe: 






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Montag, 11. September 2017

Durchgelesen

Rezension zu Coldworth City von Mona Kasten

 
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 320
Format: Taschenbuch
Preis: 12-99 Euro
ISBN: 978-3-426-52041-3
Abgeschlossene Erzählung










Inhalt:

Raven lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Knox in einer heruntergekommenen Gegend von Coldworth City. Abends jobbt sie als Kellnerin in einer Bar, danach geht sie auf die Jagd nach Verbrechern. Mit ihren telekinetischen Fähigkeiten ist Raven in der Lage sich zu verteidigen und auch den ein oder anderen Bösewicht dingfest zu machen. Stets achtet sie darauf, ihre wahre Identität nicht preiszugeben, denn zu groß ist die Angst, dass die Organisation AID, die sie damals in einem Forschungslabor festgehalten und Versuche an ihr durchgeführt hat, erneut auf sie aufmerksam wird. Doch an einem Abend erwartet Raven in ihrer Wohnung, die zuvor ein sicherer und geheimer Zufluchtsort für sie und ihren Bruder war, ein ungebetener Gast.

Der durch eine Gesichtsnarbe entstellte Wade, der einen Tag zuvor Raven an ihrem Arbeitsplatz das Angebot unterbreitet hat, sich ihm und einer Organisation, die für die Gleichberechtigung zwischen Mutanten und Menschen einsteht, anzuschließen kommt Raven unerwartet zu Hilfe. Raven muss sich entscheiden, ob sie in ihrer Unterkunft bleiben möchte, die nun nicht mehr sicher erscheint oder ob sie Wade vertrauen und sein Angebot annehmen möchte. Irgendwie klingt das alles viel zu einfach und zu gut, um wahr zu sein ...



Schreibstil:

Coldworth City beginnt mit vielen Action-Elementen. Der Leser verfolgt die Protagonistin bei ihrer nächtlichen Jagd nach Verbrechern und beobachtet sie dabei, wie sie mit ihrer Fähigkeit der Telekinese durchaus in der Lage ist, sich durchzusetzen. Überhaupt ist Raven jemand, der sich nicht so schnell geschlagen gibt. Ihr impulsives Talent, aber auch die Fähigkeit Schmerzen, die zum Beispiel durch eine angebrochene Rippe verursacht wurden, einzustecken, zeichnen sie als einen sehr robusten und mental starken Charakter aus. Einzig ihr Bruder Knox, der für sein Alter schon sehr erwachsen wirkt, ist Ravens geheime Schwäche.

Als einer der Verbrecher, die Raven in einer Nacht dingfest gemacht hat, ihren geheimen Zufluchtsort findet und auch noch einiges über ihre wahre Identität zu wissen scheint, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich auf den Vorschlag einzulassen, den der nicht gerade vertrauenswürdig aussehende spontane Helfer, Wade, ihr schon am Abend zuvor in der Bar gemacht hat: Sie soll sich der Organisation anschließen für die er arbeitet und die sich für die Gleichberechtigung von Mutanten und Menschen einsetzt. Geboten wird ihr eine Gemeinschaft, die für ihren Schutz und den ihres Bruders sorgt, eine Unterkunft und Verpflegung. Jedoch muss sich Raven einem Training stellen, um ihre Fähigkeiten zu schulen und zugleich für die Verwirklichung der Ziele der Organisation eintreten.

Raven und Knox sind sehr skeptisch und dem Vorschlag abgeneigt, doch was bleibt ihnen anderes übrig, als sich zu fügen? Schließlich ist ihre bisherige Wohnung nicht mehr sicher und irgendwer scheint auch auch Informationen über sie zu besitzen. Nichts möchten Raven und Knox weniger, als dass sie die Vergangenheit wieder einholt. Und somit gilt es sich dem Risiko zu stellen.

Der Anfang, der so spannend begonnen hat, verliert sich über die Seiten hinweg in einem Plot, der sich auf das Leben in der neuen Organisation konzentriert. Wade stellt sich als ein sehr verschlossener Charakter dar, der nicht zimperlich mit seinen Mitmenschen umgeht. Bald schon ist er dafür zuständig Raven zu trainieren und dabei kann es auch schon zu schmerzhaften Verletzungen kommen, für die er keinerlei Reue zeigt.

Ab der Mitte des Romans kann sich der Leser dann wieder auf einen explosiven und actionlastigen Plot freuen. Es wird spannend. Raven muss sich ihrer Vergangenheit stellen und zugleich gerät sie in Gefahr.

Von Mona Kasten hatte ich zuvor die Again-Reihe gelesen. Hier bewies die Autorin ihr Geschick interessante Charaktere darzustellen, die man als Leser bald ins Herz geschlossen hat. Auch bei Coldworth City kann man sich auf gut geschliffene Helden freuen, mit denen man sehr gerne ein Abenteuer verbringen möchte.

Das Ende der Geschichte ist zwar actionreich, bricht aber ein bisschen überstürzt über den Leser herein.



Fazit:

Coldworth City ist ein Roman über Helden mit Superkräften. Der anfangs actionreiche Plot verläuft sich bis zum Mittelteil in Schilderungen über das Leben in der Organisation und dem Training, welches Raven dort mit dem mysteriösen und verschlossen wirkenden Wade absolvieren muss.
Ab der Mitte wird es dann aber wieder spannend. Die Charaktere sind, wie man es von Mona Kasten kennt, gut ausgearbeitet. Schnell schließt man sie ins Herz und verbringt gerne seine Zeit mit ihnen in der Geschichte. Nur das etwas überstürzte Ende, eine Spur Vorhersehbarkeit und hier und da etwas zu wenig Tiefe verhindern eine absolute Topbewertung.



Buchzitate:

Fassungslos sah sie ihn an. Dann brach ein Lachen aus ihr heraus. „Ich brauche keine Waffen, Wade. Ich bin eine.“



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Weltenaufbau: 






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:






Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Donnerstag, 7. September 2017

Durchgelesen: Daniel is different

Rezension zu Daniel is different von Wesley King


Verlag: Magellan
Seitenzahl: 304
Format: Hardcover
Preis: 17,00 Euro
ISBN: 978-3-7348-4710-3
Übersetzer: Claudia Max
Altersempfehlung des Verlages: Ab 12 Jahren
Abgeschlossene Erzählung







Inhalt:

Daniel ist eigentlich ein ganz normaler Junge. Er mag kein Football, liebt es Geschichten zu schreiben und findet Mathe richtig doof. Er hat einen besten Freund, mit dem er seine Pausen in der Schule verbringt und ist ein wenig in Raya, ein Mädchen aus seiner Klasse, verliebt. Doch Daniel belastet etwas: Zwangsstörungen und deren Symptome.
In den ungünstigsten Momenten überkommt ihn der Drang einen Lichtschalter drücken zu müssen, um ein drohendes Unheil abzuwehren. Am Abend muss er ein langes Ritual durchführen, damit er sich sicher sein kann, am nächsten Morgen wieder aufzuwachen. Diese Last liegt schwer auf seinen Schultern. Er fühlt sich oft sehr einsam. Doch an einem Tag verändert sich sein Leben schlagartig. Es passiert in dem Moment, als er auf dem Schulflur der Außenseiterin Sara begegnet. Einem Mädchen, dass mit niemandem spricht. Bis zu diesem einem Moment ...



Zum Hintergrund:

Daniel liebt es Geschichten zu schreiben, er mag Football überhaupt nicht und er hasst Zahlen. Gut, mag man im ersten Moment denken, jeder hat Vorlieben und Schwächen. Doch bei Daniel ist das ein wenig anders. Im Schulfach Mathematik machen ihm die Zahlen das Leben schwer. Er kann eine Vier oder eine Neun weder niederschreiben noch sie aussprechen. Danach, so ist er sich sicher, wird etwas ganz Schlimmes passieren. Jeden Abend, wenn Daniel zu Bett geht oder an Tagen, an denen ihn etwas sehr belastet, muss er ein Ritual durchführen. Das Abendritual ist festgelegt. Am Tage kann es aus einzelnen Handlungen bestehen, wie zum Beispiel den Lichtschalter einmal oder fünf Mal drücken. Danach stellt sich, wenn alles gut geht, ein besseres Gefühl ein. Wenn dem nicht so ist oder wenn Daniel sich verzählt hat, dann muss er erneut mit dem jeweiligen Ritual beginnen. So lange, bis alles wieder in Ordnung erscheint. Für diesen Drang etwas zu verändern hat Daniel auch einen Namen: Zaps.

Manchmal gelingt es Daniel die Zaps zeitweilig zu vergessen. Das passiert, wenn er an einer Geschichte schreibt. Football hingegen ist eher kontraproduktiv. Denn die Zaps werden oft durch Ängste ausgelöst und Daniel weiß, dass er eigentlich viel besser auf der Ersatzbank aufgehoben ist, wo er in Ruhe die Trinkbecher seiner Mitspieler in einer ordentlichen Reihe aufstellen kann.

Daniel fühlt sich mit seinem Problem alleine. Zwar hat er einen besten Freund und liebevolle Eltern, ja sogar eine Schwester, die ähnlich wie er eher eine Außenseiterin ist und der er sehr nahe steht, doch keiner dieser Bezugspersonen weiß etwas von der Last, die Daniel jeden Tag mit sich trägt.

Daniel ist ein Charakter, der ein großes Herz hat. Er ist auch sehr intelligent und in Wirklichkeit gar nicht so unbeliebt. Sogar das Mädchen, das er ganz süß findet, geht auf ihn zu. Doch Daniel hat ein sehr schlechtes Selbstwertgefühl. Er hat viele Ängste und sieht sich gerade bei der größten Leidenschaft seines besten Freundes und auch seines Vaters, dem Football, ständig scheitern. Der Leistungsdruck, der durch die Wünsche seiner engsten Vertrauten entsteht, macht es nicht besser.

Eines Tages passiert etwas Merkwürdiges. Daniel erhascht einen Blick von einem Mädchen namens Sara, die ihn aus heiterem Himmel grüßt. Eigentlich nichts besonderes, doch „Psycho-Sara“ ist dafür bekannt mit niemandem zu sprechen. Ihr glasiger Blick schaut durch andere Menschen hindurch. Sie erhält separaten Unterricht und wird, selbst in den Pausen, von einer Aufsichtsperson begleitet. Dieser eine Moment soll Daniels Leben nachhaltig verändern, denn dieser Moment ist der Beginn eines großen Abenteuers ...



Eigene Meinung:

Wesley King hat mit Daniel is different einen Roman geschrieben, der berührt. Daniel ist ein Protagonist mit Ecken und Kanten. Er ist aufgeschlossen und denkt viel nach und dennoch ist er ein Außenseiter. Ein Außenseiter, den der Leser jedoch bald ins Herz schließen wird. Mit Sara erschafft er eine Figur, die Daniel in einigen Punkten ähnlich ist. Auch sie ist eine Außenseiterin, doch zugleich ist Sara ein sehr starker Charakter, jemand, der genau weiß, was er will. Die weiteren Nebencharaktere überzeugen mit ihren Eigenheiten. Jeden davon wird man im Laufe des Romans auf seine Art mögen. Da gibt es zum Beispiel Emma, die kleine Schwester von Daniel, die stets mit einem Buch unter dem Arm unterwegs ist und die mehr in ihrer Fantasiewelt, als in der Realität lebt oder Steve, den großen Bruder, der gerne PC spielt und so cool und damit auch sehr schwer greifbar für Daniel wirkt. Oder Max, Daniels besten Freund, der immer an Daniels Seite steht, aber einfach an nichts anderes als Football denken kann.

Sehr gut nachvollziehbar hat der Autor die „Zaps“ seines Protagonisten dargestellt. Als Leser spürt man über die Seiten hinweg, die Last, die auf Daniel liegt, man begreift, dass es manchmal für ihn keine andere Möglichkeit gibt, als sich seinen Ritualen zu stellen. Die gelungene Umsetzung dieses Themas ist vielleicht auch darauf zurückzuführen, dass Wesley King selbst bis zum Alter von dreißig Jahren durch Zwangshandlungen beeinflusst wurde. Im Nachwort spricht er das Thema noch einmal an, macht Betroffenen Mut und gibt ihnen ein paar Tipps an die Hand.

Daniels selbstgeschriebene Geschichte wird in diesem Roman parallel aufgeführt. Sie steht jedoch in Verbindung zum Hauptplot und überlagert die Haupthandlung nicht. Vielmehr zeigt sie, wie Daniel seine Ängste verarbeitet.



Fazit:

Daniel is different ist eine Geschichte über einen Jungen, dessen Leben durch Zwangshandlungen stark beeinträchtigt wird. Es wird nicht erklärt oder psychologisiert, sondern einfach nur erzählt.
Es ist eine Geschichte über Außenseiter und einen Protagonisten mit Ängsten und einem geringen Selbstwertgefühl.

Wesley Kings Worte machen auch Mut. Der Autor motiviert sich seinen Ängsten zu stellen, nicht aufzugeben und zugleich einen Blick hinter die Fassade der Menschen zu werfen, die auf den ersten Blick „anders“ erscheinen.

Daniel is different ist eine abenteuerliche und zugleich sehr bewegende Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Die liebevoll gestalteten Charaktere wird der Leser ins Herz schließen müssen. Das Thema Zwangshandlungen wurde hier nachvollziehbar behandelt.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung an Leser gleich welcher Altersstufe.



Buchzitate:

Ich hatte bloß einen Zap, dieses Mal mit dem Lichtschalter im Bad. Lichtschalter machen mich echt fertig – keine Ahnung warum.

Ich liebe Wörter sowieso. Ihre Bedeutung ist zwar festgelegt, lässt sich aber variieren, je nachdem, wie oder von wem sie benutzt werden.

„Sternenkind“, flüsterte sie. „Man zahlt einen Preis dafür, besonders zu sein.“

Ich weiß nicht, ob ich das Konzept Schicksal sympathisch finde. Es schließt aus, dass man eine Wahl hat.




Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:






Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Dienstag, 5. September 2017

Und was gibts dazu?

Daniel is different und dazu Schokoladenpudding


Daniel ist anders als die Jungs in seinem Alter. Er liebt Worte und hasst Mathe. Zahlen sind ihm zuwider. Wenn er eine falsche Zahl aufschreiben oder gar aussprechen muss, dann weiß Daniel, wird etwas Schlimmes passieren. Jeden Abend muss er ein Ritual durchführen, damit er am nächsten Morgen aufwacht und alles gut wird. Dieses Ritual bestimmt, wie viele Schritte er bis zum Bad machen darf, wie oft er die Zahnbürste über die Zähne bewegt. Fünf Mal mit jeder Hand muss er das Handtuch berühren, fünf Mal das Licht ein- und ausschalten.

Unterläuft ihm ein Fehler oder hat er weiterhin ein ungutes Gefühl, so muss er das Ritual von vorne beginnen. In der Schule verheimlicht Daniel seine Zaps, wie er die Panikattacken nennt, vor den Mitschülern und vor seinen besten Freunden. Sie schränken ihn stark ein und lassen ihn das Selbstwertgefühl verlieren.

Daniel hat einen besten Freund namens Max, der von Daniels Zaps nichts weiß. Max spielt leidenschaftlich gerne Football und ist auch sehr gut darin. Daniel hingegen mag Football nicht so gerne. Er sitzt lieber auf der Ersatzbank, überlegt sich, wie Kobolde und Trolle einen Kampf auf dem Platz veranstalten könnten und füllt die Pappbecher der Spieler mit Gatorade. Doch an einem Tag muss Daniel den Platz auf der Bank verlassen und selbst aufs Spielfeld treten. Der Lehrer will es so.

Daniel hat erst fürchterliche Angst. Doch dann läuft alles fast von selbst. Beflügelt rennt er über das Spielfeld und prallt kurzerhand gegen einen anderen Mitspieler. Benebelt und mit Angst vor einer Gehirnerschütterung kehrt er heim. Dort gibt es erst einmal Schokoladenpudding zum Trost.

Damit ihr dieses Buch genießen könnt und weil Schokoladenpudding einfach in jeder Situation hilft, verrate ich euch ein sehr einfaches, aber zugleich auch süchtigmachendes leckeres Rezept.


Was braucht man für den Schokopudding?

200 ml Sahne
100 g Zartbitterschokolade (oder wenn ihr es etwas süßer mögt: normale Schokolade)
2 Eigelb
1 Esslöffel Butter






Und was mache ich damit?

Erwärme die Sahne in einem Topf auf dem Herd. Gib die Schokolade und die Butter dazu, rühre solange um, bis sich alles verflüssigt hat. Nimm den Topf vom Herd und rühre noch die Eigelbe hinein.

Nun die Schokoladensahne gut abkühlen lassen und danach für ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank geben. 

Alles mit einem Handrührgerät solange aufschlagen, bis die Masse schön cremig geworden ist. Nun in hübschen Schälchen zum Buch servieren. Fertig :o)



Daniel ist wirklich ein sehr außergewöhnlicher und zugleich auch unglaublich liebenswürdiger Protagonist.
Könnt ihr euch an ein Buch erinnern, in dem ihr auf einen Charakter getroffen seid, der anders war als seine Mitschüler und den ihr sofort ins Herz geschlossen habt?
Was hat diesen Charakter so besonders gemacht? Was mochtet ihr an ihm?

Habt ihr vielleicht sogar schon einmal ein Buch gelesen, das eine ähnliche Problematik behandelt hat?
Mögt ihr mir verraten welches und wie ihr es fandet?